Kinky und "Proud at Pride"?
Der Shop heißt KinkShirt.com und featured unter anderem LGBTQ+, CSD und Queerness. Passt das denn? Die Diskussion darüber, ob Kink auf die Pride gehört, flammt immer wieder auf. Meine Antwort...
Der Shop heißt KinkShirt.com und featured unter anderem LGBTQ+, CSD und Queerness. Passt das denn? Die Diskussion darüber, ob Kink auf die Pride gehört, flammt immer wieder auf. Meine Antwort...
Der Shop heißt KinkShirt.com und featured unter anderem LGBTQ+, CSD und Queerness. Passt das denn? Die Diskussion darüber, ob Kink auf die Pride gehört, flammt immer wieder auf. Meine Antwort ist kurz und klar: Ja, das passt!
Vor der Saison 2026 - ein paar Gedanken, Stichwort Toleranz
Es gilt wie immer: "Alles kann, nichts muss!" Wer queer ist, kann kinky sein, muss es aber nicht. Und umgekehrt gilt natürlich dasselbe: Wer kinky lebt und liebt, muss nicht zwangsläufig queer sein. Zwangsläufig sowieso nicht. Und überhaupt – wer sollte überprüfen können, wer wie tickt?
Pride macht Toleranz sichtbar.
Selbst bei einem Puppy wie hier im Bild kann doch niemand durch bloßes Betrachten erkennen, ob unter der Maske tatsächlich ein Mensch steckt, der darauf steht, wie ein Hündchen behandelt zu werden. Vielleicht ist es ja "nur" der kreative Protest gegen das Heteronormative, das vorgeben will, dass es nicht geben darf, was es aber eben doch gibt?
Das ist Pride!
Ich unterstelle mal dem Pet, dass es ihm ein echtes Anliegen ist, auf der Parade sichtbar zu sein, sonst wäre es nicht dabei. Vielleicht ist es ja Teil der selbstgestellten Aufgabe, mitzulaufen, um sich frei zu fühlen, um Selbstakzeptanz zu erlernen und Akzeptanz von außen zu spüren?
Auch das ist Pride!
Am CSD geht es im Kern immer um die Forderung nach Gleichheit in allen Lebensbereichen – es ist der Tag ein Fest der Toleranz! Etwas zu tolerieren bedeutet nicht, es automatisch zu mögen. Aber es bedeutet, zu sehen und anzunehmen, was und wie etwas ist, ohne es abzuwerten.
Das ist Pride!
Die Anthropologin Gayle Rubin schreibt, dass die Stigmatisierung von Kinks oft parallel zur Stigmatisierung von Homosexualität verlief. In ihrem Beitrag "Thinking Sex: Notes for a Radical Theory of the Politics of Sexuality" (1984) beleuchtet sie, wie die Gesellschaft sexuelle Hierarchien schafft, die bestimmte sexuelle Ausdrucksformen – auch viele Kink-Praktiken – als schlecht oder abnormal brandmarken.
Homosexuelle Menschen, Drag Queens, Transgender-Personen, Cross-Dresser, Fetischist*innen und andere Minderheiten hatten also die gleiche Motivation, aufzubegehren, was schließlich zu den "Stonewall Riots" von 1969 führte, lange bevor die Begriffe "Pride" oder "LGBTQ+" populär wurden.

Ein gemeinsamer Kampf
Der Befreiungskampf der „society outcasts" war immer auch der Kampf um die Freiheit, sexuelle Neigungen und Praktiken jenseits des sogenannten „Normalen" ausleben zu können. Viele Bars und Clubs waren zugleich Orte, an denen Kinks offen gezeigt und zelebriert wurden. Die Leder- und BDSM-Szene war in New York und San Francisco eng mit der schwulen Emanzipationsbewegung verbunden. Bereits "The Tool Box", eine der ersten organisierten Gay Bars in San Francisco, war ab etwa 1962 ein expliziter Leder-Treffpunkt.
Beim Stonewall-Aufstand waren Kinksters - wie wir heute sagen - von Anfang an dabei: Der Augenzeugenbericht von Dick Leitsch ("Mattachine Society New York") beschreibt ausdrücklich ein starkes "Leder-Kontingent unter den Aktivisten". Bei der ersten Pride-Demo 1970 in New York marschierte ein schwuler Leder-Motorradclub mit. Die BDSM-Community war nicht die erste, die sich für queere Rechte einsetzte. Aber sie war von Beginn an ein sichtbarer und kämpferischer Teil der Bewegung.
"Wir waren immer da, wir waren immer queer, wir waren immer kinky."
Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Wir alle kämpfen gegen Diskriminierung und für das Recht, Sexualität und Identität, Neigungen und Vorlieben frei und selbstbestimmt zu leben. Die Sichtbarkeit von Kinkstern auf der Pride ist nicht nur historisch legitimiert. Sie ist schon allein aus Gründen der Toleranz und damit aus dem Selbstverständnis der queeren Community heraus geboten und verhilft den gemeinsamen Anliegen zu mehr Wucht.
Daher war es für uns klar, als KinkShirt.com zuallererst eine Pride-Kollektion aufzulegen.
Be proud to be different!
Kinky Grüße!
Thymos Emm
